125 JAHRE JEHMLICH-ORGEL IN ST. WENCESLAI

Jehmlich-Orgel der Stadtkirche St. Wenceslai wird 125 Jahre alt.

Als ich im Frühjahr 1986 nach Wurzen kam, war die Wenceslaikirche eine einzige Baustelle. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass diese Kirche einmal innen und außen restauriert sein würde und wie schön der große Innenraum, das ehemalige Kirchenschiff, werden würde.
Nach fast 30 Jahren war das geschafft und seither wird die Frage nach dem Schicksal der großen Jehmlich-Orgel von 1901 immer lauter. Sie hatte seit 1975 mehr oder minder ungeschützt in der Dauerbaustelle gestanden und war dem Bau-Staub, der Feuchtigkeit durch offene Fenster und menschlichen und tierischen Zugriffen ausgesetzt. Das hat das Instrument ganz schön mitgenommen! Abgesehen von einer enormen Verschmutzung sind die meisten der oft filigranen Lederteilchen, die eine einwandfreie Funktion gewährleisten, hart und brüchig geworden, einige Pfeifen sind abgeknickt, einige (besonders Kleine) sind ganz verschwunden. Vor einigen Jahren konnte der Orgelmotor zur Winderzeugung aufgearbeitet und wieder angeschlossen werden. Was die Orgel dann von sich gab, war überhaupt kein Wohlklang aber ein Lebenszeichen und damit auch die Frage: „Was wollt ihr mit mir machen?“ Ein Verkauf ist keine Alternative, weil die Gemeinde wegen enormer Umsetzungs- und Reparaturkosten nichts davon haben würde. Im Gegenteil, sie würde ein Stück ihrer Geschichte und ihrer Werte verschenken. Einfach stehen lassen, ist keine gute Idee. Der Holzwurm hat schon jetzt Gefallen an dem schönen Gehäuse gefunden hat. Und da zur Zeit das Instrument auch nicht gespielt werden kann, stört ihn auch niemand.

Der Orgelsachverständige unserer Landeskirche, Reimund Böhmig-Weißgerber, und der Orgelgutachter des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Hodick, wurden zu einer Besichtigung und Beratung gebeten. Das Gutachten des Orgelsachverständigen stellt u.a. fest: „Die Orgel ist ein klanglich opulent besetztes, hochromantisches Instrument mit fast unveränderter Disposition und originaler Technik. Das macht sie zu einem wichtigen Denkmalinstrument. Eine umfassende Restaurierung des Instruments ist ohne weiteres möglich.“
Die Zusage zur Mitfinanzierung des Restaurierungsprojektes durch die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, die bisher eingegangenen beachtlichen Zuwendungen, Spenden und die artikulierte Sehnsucht vieler Wurzener, „ihre“ Wenceslai-Orgel wieder hören zu wollen, bewegten den Kirchenvorstand der Kirchgemeinde Wurzen zu dem mutigen Beschluss, das Instrument restaurieren zu lassen. Mit der Orgel wird auch ein Stück Wurzener Geschichte und Wurzener Flair wieder auferstehen. Aus dem Ausschreibungsverfahren ging als Sieger die Firma Mitteldeutscher Orgelbau A.Voigt in Bad Liebenwerda hervor. Auch für die Gehäuserestaurierung gibt es ein Angebot, für die Bekämpfung des Holzwurmfraßes wurden umfangreiche Vorarbeiten abgeschlossen. Die Gesamtkosten mit allen Nebenkosten sind mit 260.000 € beziffert. Die Finanzierung ist weitgehend gesichert, einesteils durch schon vorhandene Gelder, sicher zugesagte Beträge und zu einem kleineren restlichen Teil auch noch durch das Vertrauen in Sie.
Im Juni 2026 sollen die Arbeiten beginnen! Da werden Sie uns doch sicher nicht „im Regen stehen“ lassen.
Ihr Johannes Dickert,

Mitglied des Kirchenvorstandes und Moderator für das Orgelprojekt

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Restaurierung der Jehmlich-Orgel von 1901 in der Stadtkirche St. Wenceslai Wurzen

Spendenkonto:

Ev.-Luth. Kirchgemeinde Wurzen:

Kontoinhaber: Kassenverwaltung Grimma

IBAN:   DE61 3506 0190 1670 4090 38

BIC:       GENODED1DKD

Verwendungszweck: RT 3101 Jehmlich-Orgel